| ES MUSS NICHT IMMER COMEDY SEIN |
Der „Froschkönig" im Haus des Bürgers Ramstein |
| Von unserem Mitarbeiter Andreas Keller ► Es muss zur Unterhaltung der Jugend nicht immer blanke Comedy sein, erst recht nicht düstere Horror-Szenarios und furchtbar spannende Thriller. Manchmal tun es für die allerjüngsten Nachwuchs-Zuschauer auch die ganz einfachen, die ganz konventionellen alten Geschichten aus dem fast schon vergessenen Märchenreich- vorausgesetzt, sie werden so zauberhaft und kindgemäß umgesetzt wie der „Froschkönig" in der Bearbeitung des „Theaters mimikri", das am Donnerstagabend im gut gefüllten Ramsteiner Haus des Bürgers zu Gast war.Die wohlbekannte Geschichte aus der Sammlung der Gebrüder Grimm hat jeder irgendwo unter „Kindheitserinnerungen" im Langzeitgedächtnis abgelegt: Die schöne Königstochter verliert ihr liebstes Spielzeug - einen goldenen Ball - im tiefen Palastbrunnen, und der dort lebende Frosch (der ja eigentlich ein verzauberter Prinz ist) holt ihn wieder aus den Tiefen heraus. Allerdings nur unter der Bedingung, dass er mit der Prinzessin im Schloss zusammen leben darf. Selbige verspricht das zwar, will aber später natürlich nichts mehr davon wissen, bis der gestrenge „Papa König" im Beisein der ins Schloss eingedrungenen Kröte die Einhaltung des Versprechens einfordert - und der glitschige Frosch wieder zu einem schmucken ... aber das kennen wir ja alles schon.Das heißt: die Kleinsten im großen Saal zumindest in dieser Form noch nicht: Fröhlich auf ihren Sitzen rut-schend, ließen sie sich gerne gefangen nehmen von der alten, neuen Geschichte, die ihre leichte Wandlung in die Moderne bestens verkraftet hat. (Ver-)Wandlung ist auch tatsächlich eines der tragenden Elemente des Stücks. Mittels eines zentralen, drehbaren Bühnenelements und allerlei passenden Licht- und Nebel-Effekten wurde der Thronsaal flugs zum Palastgarten, |
der prunkvolle Thron geschwind zum Frosch-Brunnen. Und dann erst die zum Teil recht aufwändig kostümierten Darsteller, von denen nur ganze drei in mehreren, dicht gespielten Rollen den Eindruck eines größeren Ensembles vermittelten. Da himmelte der garstige grüne Hüpfer (mit spürbarer Spiellaune: Christiane Burkard) mit breitem „Quaaak" seine „Qu-Anna" an, der gemütlich dicke König (Stefan Georg) spielte perfekt die immer wiederkehrende Erkennungsmelodie dieser In- szenierung, und die von Lilli Schwethelm herrlich kindlich und leicht über- kandidelt gespielte schöne Königstochter in Reifrock und Pluderhosen wurde schon nach wenigen Szenen zum erklärten Liebling der Kinder - und dem abschließend einsetzenden anhaltenden Applaus nach zu urteilen auch der größeren Theaterbesucher. Fazit: ein schlichtweg schönes Masken- und Rollenspiel für die ganze Familie.
Da freut sich der Frosch:
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Jede Menge „Quak"
Beim „Froschkönig" in der Stadthalle gab es viel zu lachen
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■ Lübbecke (et). „ Gebt gut auf
eure Wünsche acht, denn Wünsche haben große Macht",
so heißt es am Ende des Märchenstückes „Der
Froschkönig", auf-geführt vom Theater „mimikri" aus
Büdingen, das gestern Hunderte Kinder in der Stadthalle erlebten. Von
Wünschen, die in Erfüllung gehen, handelt das Märchen,
aber auch von Versprechen, die man lieber nicht einhalten würde
Mit Situationskomik, Musikalität (Klarinette, Akkordeon,
Laute) und einem raffiniert ein- fachen Bühnenbild zauberte „mimikri" Atmosphäre. |
Es war den Akteuren anzumerken,
dass sie sich auf Inszenierungen für
Kinder spezialisiert haben. Es gab viel zu lachen; und in den we- niger
aktionsreichen Szenen sind die Schauspieler nie abgehoben, sondern
sehr gegenwärtig.Naturgetreu die Bewegungen des Frosches, Seifenblasen
und Wasserspritzer kündigen seinen Auftritt an und natürlich
das laute „Quak",
von den Kindern freudig aufgenommen. Was gibt es beim Essen? Natürlich „Quak" speise.
Burlesk auch die Nebenfiguren, Palastdiener, Köchin und |
der ständig verschnupfte
Hein- rich, der seinen Prinzen in allen Brunnen
der Welt sucht. Und wie verwandelt
sich der Frosch in den schönen Prinzen? Nach
einer heftigen Kissenschlacht mit der Prinzessin verschwindet das
glitschige Wesen in wallenden Nebeln und erscheint wieder als Jüngling
in königlichem Blau, nur noch die Froschhaut an seinen Stulpen
verrät seine Vergangenheit. „Zugabe" rufen die vielen
Kinder aus voller Kehle,
als zuletzt König, Prinz und Prinzessin einen schmissigen Reigen
mit Instrumenten vollführen. |
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Kreis-Anzeiger 1.10.2004
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Vogelsbergkreis |
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Eine Geschichte von der Kraft
des Wünschens
theater mimikri inszenierte „Froschkönig" - Grundschulkinder
fasziniert - Aufführung mit vielen kleinen reizvollen
Details |
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SCHOTTEN (em). „Aah" - es raunte
im Saal und kaum eines der Kinder konnte sich der Faszination entziehen,
als eine goldene Kugel aus dem Kulissendunkel auftauchte, ein Arm folgte
und schließlich Prinzessin Anna leibhaftig in ihrem
Reifrock-Spitzen-Rüschen-Glitzerketten-Pelzbesatz-Kleid
dastand.
theater mimikri war mit seiner
jüngsten Produktion wiedereinmal vor Kindern der Grundschule Schotten zu
Gast. Ob „Donnerfuß und Feuerzopf", „Allfax fallt vom Himmel",
„Hallo. EtwaS. ich bin An-deRs" oder „Rolf, der Wolf, im Blumenbeet" keine
mimikriri-Kinderproduktion wurde den Schottener Grundschülern
vorenthalten.
Nicht jeder Tag ist gleich und
Kinder bringen vieles von außen mit - diesmal war die ganze
schauspielerische Ausdruckskraft von Lilli Schwethelm
(Prinzessin, Palastdiener Edgar), Christiane |
Burkard (Köchin Anna, Frosch) und
Stefan Georg (König, Eiserner Heinrich) gefragt. Fasziniert, aber
auch sehr kribbelig
verfolgten die kleinen Zuschauer den ersten Teil, um dann immer mehr
in die Geschichte hineinzufinden. „Das war so schön!!!", „Wann
kommt ihr wieder?" und das Gedrängel am Schluss. um ja auch den
Darstellerinnen samt König die Hand zu geben - offensichtlich war die
Froschkönig-Inszenierung auch bei unruhigen, vielleicht sogar
aufgewühlten Kindern angekommen.
„Kinder brauchen Märchen" forderte
der Psychologe Bruno Bettelheim und fügte hinzu: „Die Verzauberung,
die wir erleben, wenn wir es uns gestatten, auf ein Märchen
zu reagieren, entstammt nicht seiner psychologischen Bedeutung (obwohl
auch diese dazu beiträgt) sondern seinen literarischen Qualitäten
- wir erleben das Märchen als Kunstwerk". Das trifft ganz sicher
für diese
mimikri-Inszenierung zu. die auch Erwachsene - etwa die Schottener
Lehrerinnen und Lehrer -überzeugt. Da ist die Musik - die Tonleitern,
die das Auf- und Ab
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Gespannt verfolgten die jungen
Besucher der Grundschule in der Festhalle die Theateraufführung.
Bilder:
Maresch |
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nen verwandelt, die Leckerbissen,
die die behäbige Köchin Angela aufzählt, das Wassergeplätscher und
das unbeholfen-rührende Quaken und Hopsen des Frosches. Da sind die
Dialoge-die Prinzessin Anna kommt vor lauter Goldkugel-Verliebtheit
gar nicht dazu, dem Vater Guten Morgen zu sagen. Und doch hat auch
der („Ich bin ein guter und gerechter König!") seine Marotten: amüsiert
beobachten die Zuschauer die kleine Pantomime, wie er seiner Tochter
die Goldkugel abnehmen will und sie ihn dabei dreimal rund um den
Stuhl jagt. Und wie artig das Töchterchen wird, bis der König die
Kugel wieder hergibt
—Grundmuster, die sich so fast jeden Tag und in fast jedem Kinderzimmer
abspielen.
Kesse Prinzessinnen, die
eigensinnig aufstampfen und sich verzauberte Prinzen mit Kissenschlachten
in Entfernung halten - Könige, die selbstgefällig auf ihrem Thron Zeitung
lesen,- betuliche Köchinnen, die schwindeln, um die kleine
Prinzessin zu decken - sind das echte Märchen- |
figuren? Gewiss doch - echte
Märchen handeln nicht nur von geschönten Prinzessinnen, die nur
lächeln und geradewegs aus einer Kosmetikreklame stammen. Die menschlichen
Schwächen der Märchenheldinnen und -helden treiben die Handlung
voran, sind geradezu Initialzündungen auf dem Weg zur Autonomie, den
das Märchen beschreibt. Das naive Schneewittchen, das in den
Giftapfel beißt, das neugierige Dornöschen, das sich sticht, die zaghafte
Gänsemagd, die sich nicht wehren kann - sie alle lassen die
Prinzessin Anna samt ihrem Frosch grüßen. Beide sind stur, beide erreichen
etwas durch ihre Hartnäckigkeit - die Prinzessin verhindert, dass ihr
der Frosch zu nahe kommt, der Frosch wird im Bannkreis Annas erlöst und
ist wieder sein eigenes Selbst - in atemberaubendem Königsblau, versteht
sich. So ist die mimikri-Aufführung ein echtes Märchen - ein kleines
Kunstwerk, wie Bettelheim es fordert, eine Geschichte von Widerstand.
Erlösung und der Kraft des Wünschens.
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tauchen des Frosches aus dem
Brunnen begleiten und mit den aufsteigenden Seifenblasen
synchronisiert zu sein scheinen. Laute, Klarinette, Akkordeon,
Glockenspiel und Pauke sind immer wieder zu hören, ein
höfisch-verspieltes Menuett passt zum gravitätischen König wie
zur eigenwilligen Prinzessin Anna, eine Tuba begleitet das mühsame Hopsen
des Frosches. Da sind die vielen kleinen, reizvollen Details:
das grünliche Licht, wenn der
Thronsessel (dank eines mit handwerklicher Inspiration
gestalteten Drehelementes des Bü-
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dinger Künstlers
Axel |
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Der Frosch taucht aus seinem Brunnen
auf. |
Gallun) sich in den
Brun- |
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Fuldaer Zeitung 31.08.2004 |
Theater mimikri gastierte in Eichenzell________
Froschkönig mit
Seifenblasen
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Von unser
Mitarbeiterin Anette Bauer
Eichenzell
Spannend bis zur letzten
Minute: In der alten Reithalle gluckst und blubbert
es. Das „theater mimikri" aus Büdingen ist zu Gast
im Schloss Fasanerie. Seifenblasen steigen aus dem Brunnen. Zwei
Hände in grünen Handschuhen erscheinen. Und danrr
kommt er. der Frosch. Und bewegt sich mit großen, runden
Augen und einem breiten Maul ganz so, wie sich ein Frosch bewegen
sollte. Und was macht dies glitschige Tier als erstes? Es prustet
Wasser ins Publikum.
Am Sonntag wurde großen und
kleinen Gästen das Märchen vom Froschkönig neu erzählt.
Unter der Regie von Margret Fehrer boten die Schauspieler eine
rundum gelungene Vorstellung. Bis auf die Zurufe der Kinder,
die den Darstellern helfen wollten („er ist doch im Brunnen!"),
herrschte siebzig Minuten lang atemlose Stille im Raum.
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Die räumliche Nähe zum
Publikum, das sparsame, gut durchdachte Bühnenbild mit dem
drehbaren Brunnen und die Kostüme, die bis ins letzte Detail
liebevoll ausgesucht waren, machen das Zuschauen zu einer Augenweide.
Christiane Burkard spielt den
Frosch, Köchin Angela natürlich den Prinzen, Lilli Schwethelm
die Prinzessin und den Diener, Stefan Georg den König und
den anderen Diener. Jede Geste ist sparsam und wohlüberlegt,
jeder Gag mit Hintersinn.
Die quirlige, lustige
Prinzessin, der trottelige Vater König, Diener und Köchin
sind einfach zum Schmunzeln, die Dialoge verständlich, witzig
und nicht mit zu viel pädagogischen Belehrungen überfrachtet. Wir
kennen die Geschichte: Die goldene Kugel ist in den Brunnen gefallen,
da wird das ungeliebte Wesen schnell zum allerliebsten Oberfrosch.
„Gebt auf eure Wünsche
acht, denn Wünsche haben große Macht!" wird den Besuchern
mit auf den Weg gegeben.
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| Frankfurter Rundschau 16.06.2004 |
| Höchste Spannung bei der Verwandlung zum Prinzen |
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VON MONIKA EICHENAUER
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tourt, an die Vorlage des Grimmschen Märchens. Mit dem Frosch stellte es zudem den regionalen Bezug zur Fürstenstadt Büdingen her, denn diese ist seit Jahrhunderten untrennbar mit Fröschen verbunden. Was die beiden „mimikri"-Schauspiele-rinnen Christiane Burkard und Lilli Schwet-helm sowie der Gastschauspieler Stefan Georg aus Frankfurt unter der Regie von Margret Fehrer aus der Vorlage machen, ist sehr sehenswert und wurde bei der Premiere heftigst beklatscht. Die drei Akteure glänzen in insgesamt sieben Rollen. Lilli Schwethelm ist Prinzessin Anna in ihrem tollen rosa-orangenen Kleid mit Perlen, Schnüren, Glitzer, Federn und Rüschen, mit goldenen Gummistiefeln, die sie niemals auszieht und natürlich mit der goldenen Kugel, mit der alles begann. Als Palastdiener ist Schwethelm immer in Eile und um den Kö- |
nig besorgt. Christiane Burkard mimt den grüngoldenen Riesenfrosch mit Breitmaul und rollenden Augen, plitsch-platsch und quaak, quaak, quaak, den Prinzen in blauem Samt und Seide und die beleibte Köchin Anna. Stefan Georg spielt den gerechten König und den treuen Diener Heinrich. Kinder geben spontane Ratschläge Fantastisch kommt die Mimik und Gestik der Schauspieler, die es verstehen, die Kinder mit ins Geschehen zu beziehen. Die Jungen und Mädchen sparten bei der Premiere nicht mit spontanen Ratschlägen und Kommentaren. Dass handgemachte Musik nicht zu kurz kommt, ist bei „mimikri" schon Ehrensache. Die Szenen sind märchenhaft gestaltet. Das Bühnenbild schuf wie immer Axel Gallun. Diesmal war seine Fantasie und sein handwerkliches Können beson- |
ders gefragt, denn ein sehr großes drehbares Bühnenelement ist gleichzeitig majestätischer Thron und blubbernder, geheimnisvoller Froschbrunnen. Für die detailreichen Kostüme sorgten Kerstin Laackmann (Kostümdesign) und Küper Kostüme. Gefördert wird die Inszenierung, die bundesweit übrigens schon 44 Engagements aufzuweisen hat, vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Wetteraukreis und der Stadt Büdingen. Im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers wird das Märchen am 2. Juli um 16 Uhr in Nidda im Bürgerhaus aufgeführt. Der Vorverkauf läuft bereits. Karten gibt es beim Bürgerservice in der Stadtverwaltung Nidda, Telefon 06043/8006123 und im Jugendzentrum, Telefon 06043/400395. Sie kosten für Erwachsene 6 Euro, für Kinder 4 Euro. |
Wetterauer Zeitung 18.06.2004 |